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Tiefgarage am Alexanderplatz

Von Scarlett Schön, Lay D Kißling

Am Mittwoch um 9.30 Uhr wurden wir auf der Baustelle am Alexanderplatz von den zuständigen Bauleitern des Projektes Herr El Hassan von der Firma Berger Bau und von Herr Serauky von der Firma Doka empfangen. Nach einer kurzen Einführung begann auch schon die Besichtigung. Die Tiefgarage des Unternehmens Q-Park mitten im Zentrum Berlins wird im Herbst 2010 fertiggestellt und bietet auf insgesamt drei Ebenen Platz für 600 Stellplätze. Der aufgrund der zentralen Lage vorherrschende Platzmangel stellte alle Beteiligten des Bauprojektes vor eine logistische Herausforderung.


Angesicht dieser Umstände entschied man sich für eine so genannte Deckelbauweise. Bei diesem Verfahren werden zu Beginn Schlitzwände ins Erdreich eingefügt und anschließend durch einen „Deckel“ ausgesteift, um die horizontalen Erdlasten, die auf die Schlitzwände wirken, aufzunehmen. Der
Vorteil dieser Bauweise besteht darin, dass der Aushub unter dem Deckel erfolgen kann und somit die darüber liegende Fläche bereits nach kurzer Zeit für die Baustelleneinrichtung genutzt werden kann, was bei diesem Projekt in der Berliner Innenstadt von großer Bedeutung war. Dementsprechend konnte auch die Verkehrseinschränkung so gering wie möglich gehalten und der Verkehr an beiden Seiten vorbeigeleitet werden. Geplant ist, nach Fertigstellung den Verkehr wieder über die Tiefgarage zu führen und angrenzende Flächen zu überbauen.


Um nun trotz der bestehende Decke eine einwandfreie Materialzufuhr in alle Ebenen zu gewährleisten, wurden an ausgesuchten Stellen Öffnungen in der Decke gelassen. Durch diese wurde dann mithilfe von Kränen die Versorgung ermöglicht und anschließend in den Ebenen mit kleineren Geräten verteilt.
Eine weitere Schwierigkeit stellte auch der hohe Grundwasserstand dar. Da sich das Bauwerk 8 m im Grundwasser befindet, brachte man nach dem Aushub der Baugrube zur Abdichtung eine 1,2 m dicke Hochdruckinjektionssohle (HDI-Sohle) mit einer Verankerung nach unten ein.


Anschließend werden, angefangen bei der untersten Ebene, Wände, Decken und Stützen hergestellt. Die Geschosshöhe wird nach Fertigstellung 2,20m betragen. Der Großteil der hierfür verwendeten Schalungen muss aufgrund der Gegebenheiten untertage von Hand versetzt werden.

Die komplexe Schalung für die Parkhausspindel wurde eigens für dieses Bauvorhabenhergestellt, da sie leicht sein und perfekt der Rundung der Spindel entsprechen muss.

Ebenfalls bestand auch eine hohe Anforderung an die Schalung der Treppenhäuser, da diese mit Sichtbeton ausgestattet werden, wohingegen die Schlitzwände unbearbeitet bleiben.

Die Stützenschalungen wurden mit selbstverdichtendem Beton durch Löcher in den Decken gefüllt. Die Löcher werden später dann geschlossen. Das gesamte Parkhaus wird weder gestrichen noch verputzt.

Der Boden der jeweiligen Ebenen ist, nach entsprechenden Nachbearbeitungen, tau- und salzwasserresistent, um ihn vor äußeren Einflüssen und vor dem Schmutz der Autos zu schützen. Zudem besteht ein leichtes Gefälle, um der Bildung von Pfützen entgegen zu wirken.


Herzlichen Dank für die interessante und sehr gelungene Baustellenführung