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Waldschlösschenbrücke Dresden (Sächsische Bau GmbH)

Von Nina Streibel, Patric Weinheimer, Philip Weinheimer

Bei dem Projekt Waldschlösschenbrücke handelt es sich um eine 636 Meter lange und 29,3 Meter breite Straßenbrücke. Die Brücke dient der Entlastung der 4 Innenstadtbrücken Dresdens, da diese das hohe Verkehrs­aufkommen nicht mehr bewältigen können. Vergeben wurde der Auftrag an eine ARGE, bestehend aus der Sächsischen Bau GmbH, der Niesky GmbH und der Eurovia GmbH.

Die Brückenkonstruktion teilt sich auf in eine Bogenbrücke, die sich 150 Meter über die Elbe spannt und eine 486 Meter lange Vorlandbrücke mit V-förmigen Doppelpfeilern. Als Prallschutz und zusätzliche Sicherheit gegen Hochwasser werden diese V-Stützen mit selbstverdichtetem Beton verfüllt. Auf die Stützen wurde ein doppeltes Stahlhohlkastenprofil aufgesetzt, das die Betonfahrbahn trägt Das Projekt „Waldschlösschenbrücke“ besteht insgesamt aus fünf Teilprojekten:

  • 4 – 5 spuriger Ausbau der Stauffenberg­allee
  • ein Tunnelsystem als weitgehend kreuzungsfreie Verbindung des nördlichen Brückenkopfes mit Stauffenbergallee und der Bautzener Straße
  • die eigentliche Waldschlösschenbrücke
  • teilweise kreuzungsfreier Ausbau des Knotenpunktes Fetscherstraße/Käthe- Kollwitz-Ufer am südlichen Brückenkopf
  • mehrspuriger Ausbau der nördlichen Fetscherstraße

Die Baukosten der Brücke wurden mit 25 Millionen Euro veranschlagt. Tatsächlich belaufen sich die derzeitigen Nettokosten, nach Angaben des Projektleiters Herrn Wothe, bereits auf 44 Millionen Euro. Die gesamten Kosten aller fünf Teilprojekte übersteigen mittlerweile schon 160 Millionen Euro.

Das Projekt trägt, laut Schätzungen, gesamtstädtisch zu einer Umweltentlastung bei. Die geplanten Wartezeiten in den Zufahrten zur Waldschlösschenbrücke sollen sich um 44 % gegenüber dem heutigen Stand verringern. Zudem sollen sich die Fahrtzeiten bei der Brückenüberquerung um 30% reduzieren. Dadurch bedingt werden der in Zukunft eingesparte Kraftstoffverbrauch und die daraus resultierenden verringerten CO2-Emissionen durch den Autoverkehr auf 25 % geschätzt. Zeitkostenersparnisse von 2,9 Millionen Euro jährlich sollen sich außerdem durch die Verkürzung der Reisezeiten um 16 % ergeben.

Nachdem der erste Spatenstich am 29. November 2000 durch den damaligen Oberbürgermeister Herbert Wagner erfolgte, konnte erst zum 19. November 2007 mit dem Bau begonnen werden. Grund hierfür waren die andauernden Proteste der Bürger Dresdens gegen den Bau der Waldschlösschenbrücke, da sie den Verlust des Weltkulturerbetitels der UNESCO fürchteten. Der ursprüngliche Fertigstellungstermin am 01. Juni 2011 konnte durch diese Verzögerung und viele durch Bürger­initiativen und Umweltaktivisten erwirkte Baustopps nicht eingehalten werden.

Um die Chancen zur Erhaltung des Weltkulturerbetitels zu bewahren, wurde das sichtbare Volumen der Bücke konstruktiv um 60 % verringert. Dies geschah durch Änderung des Entwurfs bezüglich einer Bogentreppe, welche vom Ufer aus auf die Brücke führen sollte und durch die Reduzierung des Beleuchtungs
konzepts. Insgesamt wurde die Walschlösschenbrücke filigraner gestaltet, um sie besser in die Umgebung einzufügen. Der Stadt Dresden wurde 2008 der Titel „geschütztes Weltkulturerbe Elbtal“ dennoch aberkannt.

Abschließend möchten wir uns sehr herzlich bei Herrn Wothe für sein Engagement be­danken. Seine aufschlussreiche Baustellen­führung hat uns viel Spaß gemacht und uns gute Einblicke in die technischen und po­litischen Hintergründe dieses Großprojekts gegeben.